13. Tag: Es geht heimwärts - Kaiserwetter

Ein Tag wie man sich ihn sich für die Überquerung der Alpen nur wünschen kann. In den frühen Morgenstunden noch etwas Bewölkung, welche sich weiter in Flugrichtung Norden auflöste. Unser Weg führte uns direkt über Bozen VOR, weiter über Meran wo wir die Grenze zu Österreich überflogen, bei der für VFR Flieger ohne Sauerstoffanlage maximal zulässigen Flughöhe von FL 125 - etwa 3700 m. Wir flogen direkt auf die Zugspitze zu, welche wir natürlich einmal gemächlich umkreisen mussten. Vor uns lag in der klaren Luft das gesamte Alpenpanorama. Ganz im Westen war sogar das Mont-Blanc Massiv zu sehen, welches wir ein paar Jahren zuvor schon ausgiebig beflogen sind. Weiter führte uns die Route über den Ammersee nach Augsburg bis zum dem netten Flugplatz von Aalen. Unsere letzte Station vor dem Rückflug. Nach einer stärkenden Brotzeit für uns und die erste Betankung unserer Dimona mit MOGAS, traten wir bei blauen Himmel den 2-stündigen Rückflug nach Bonn-Hangelar an. Eine wunderbare Reise mit tollen Flügen lag nun leider hinter uns!

1 Kommentar 8.9.12 17:52, kommentieren

12. Tag: Silberstreif am Horizont - Es geht weiter!

Tatsächlich haben wir heute eine gute Flugwetterprognose erhalten. Jedoch war ein Start frühestens ab Mittag möglich. Endlich die vorbereiteten Flugplanungen hervorgeholt, ein Taxi war schnell bestellt und nichts wie hin zum Flughafen. Immer noch waren die Conditions auf der Route zur nächsten "Tankstelle" nach Forli MVFR - also weniger gute Sichtflugbedingungen. Aber es wurde tatsächlich langsam besser, was auch die Satellitenbilder und die METARS bestätigt haben. Um 15.00 Uhr starten wir also nach Forli. Entlang der Küste nach Rimini und dann noch ein Stück in den Westen. Gerade mal 45 Minuten Flugzeit. Es folgte unser schnellster Tankstopp und schon waren wir Richtung Trento in der Luft. Der letzte Platz südlich der Alpen mit dem benötigten AVGAS Flugtreibstoff. Laut NOTAMS gab es in Bozen keinen Sprit mehr. Das Wetter wurde immer besser, ATC gab uns alle Freigaben für den Luftraum um Verona. Kurz danach flogen wir entlang der Brennerautobahn "bergauf". Gegen 19.00 Uhr landeten wir in abendlicher Stimmung im Tal, zwischen recht hohen Bergen, in Trento.

7.9.12 21:18, kommentieren

11. Tag: Keine Wetteränderungen

Das Wetter war bescheiden, mit einem leichten Trend zu Verbesserung, so werden wir auch heute wieder einen Tag in dem kleinen Städtchen Falconara verbringen.

8.9.12 18:00, kommentieren

10. Tag: Was bisher geschah!

Leider flugtechnisch nicht viel. Gestern sind wir von Falconara mit der Bahn nach Ancona gefahren und haben uns den Hafen und die Altstadt angesehen. In der vergangenen Nacht bot sich morgens um 3.00 Uhr am weit entfernten Horizont ein Gewitterinferno, welches aus einem Meer aus Blitzen bestand und den Himmel erleuchtete.

Wir warten nun den vierten Tag auf besseres Wetter und hoffen, dass wir am morgigen Donnerstag Richtung Norden fliegen können. Am Freitag soll sogar die vage Möglichkeit bestehen über die Alpen zu kommen, da sich von Norden her ein Hochdruckgebiet ausbreitet und die feuchte Luft und die Labilität immer weiter verdrängt. Aber warten wir es ab.

Neben vielen guten Espressos und Cappuccinos vertreiben wir uns die Zeit mit dutzendfachen Blicken in den Himmel und die Wetterkarten auf dem Notebook und natürlich ausgiebigen Mittagspausen -  Siesta.

5.9.12 17:51, kommentieren

8. Tag: NoGo in Ancona!

Nach einem schmalen italienischen Frühstück sind wir um 10.30 Uhr in der Hoffnung zum Flugplatz Ancona losgefahren, da eine Chance bestand, dass sich das Wetter im Verlauf des Vormittages als fliegbar darstellen würde. Es war zwar absehbar, dass wir heute nicht weit in Richtung Norden kämen, sich aber auf der Rückseite der durchziehenden Kaltfront ein Fenster auftat etwa weiter in den Norden zu kommen. Aber auch hier zeigte sich eine sehr labile Luftmasse mit ausgeprägten Aktivitäten. Jedoch hatten wir nur eine sehr kurze Strecke bis zum nächsten Platz mit AVGAS-Fuel fliegen, Forli (LIPK), nur 66 NM nordwestlich gelegen vor, da unser Tank nur noch halbvoll ist und Ancona nur JET-Treibstoff im Angebot hat. Nach drei Stunden warten, einigen Cappuccinos und einer letzten Wetterberatung und  prüfen der METARS und TAFs, cancelten wir das Vorhaben für heute und entschieden uns für den Rückweg mit dem Taxi ins Hotel. Eine gute Entscheidung, denn alsbald regnete es „Katzen und Hunde“ und die Sichten gingen bis auf Ameisenkniehöhe runter. Kurze Zeit später fingen heftigste Gewitter an welche hier im Hotel die Lichterflackern lassen.

Ein paar Worte zum Fliegen in Italien. Seitens der Zusammenarbeit mit ATC (Flugsicherung) ist diese deutlich besser als gemutmaßt und ging sogar völlig unproblematisch. Freundliche Controller, die zu jedem Zeitpunkt hilfreich waren und uns alle gewünschten Kurse, TMA und CTR-Crossings oder Höhenfreigen in den „berüchtigten Lufträume Italiens“ erteilt haben. Auch ein Durchflug eines aktiven beflogenen ILS auf der Extended-Centerline von Pescara war, unproblematisch.

Ansonsten wurden wir von dem jeweiligen FIS (Fluginformationsdienst) vor dem Durchflug einer TMA/CTR jeweils an Radar oder Approach übergeben, oder im Falle einer unzureichenden Funkabdeckung, von FIS koordiniert.

Von Reggio Calabria-Tower ist kurz vor dem Start unser wie immer penibel erstellter und auch bestätigter Flugplan nicht auffindbar gewesen. Aber es ging auch ohne Flugplan, weil er bei VFR im Inland dieser keine Pflicht ist. Man sollte sich jedoch an die Gepflogenheit halten, einige Intermediate-Waypoints zwischen Start und Ziel und auf Anfrage die ETA’s (geschätzte Ankunftszeiten) angeben zu können. Unser Oldie an Bord, ein GARMIN 196, war dazu sehr nützlich.

3.9.12 18:13, kommentieren

7. Tag: Die Gewitter in Sicht bis Ancona/Falconara

Auch ohne Wecker waren wir um 6:00 Uhr schon auf. Die Reise sollte heute weiter gehen! Ohne Frühstück bestiegen wir um 7:00 Uhr das Taxi zum Flughafen Reggio Calabria. Schnelle den Handling-Agenten aufsuchen, die Gebühren zahlen und der Marshaller brachte uns zu unserem Flugzeug. Um 8:00 Uhr waren wir starbereit und wir erhielten wieder die wichtigen meteorologischen Hinweise zur Tagesroute: Start so bald wie möglich, dann die Route über den Apennin Richtung Foggia und von dort neue Wetterberatung. Um 8:30 Uhr hoben wir von der Runway 33 in Reggio Calabria ab und nahmen Kurs nach Norden. Entlang der Straße von Messina  folgten wir der Küste vorbei an Lamezia mit direktem Kurs auf Foggia. Wir sahen sowohl im Nordwesten wie auch im Südosten die ersten Gewitter entstehen. Unser Kurs bot uns bei leichtem Dunst und 1-2/8 niedriger Bewölkung gute Flugbedingungen, über der See in 6.500 ft und über Land dann in 8.500 ft. Nach der Überquerung des Gebirges konnten wir in den Sinkflug auf unser Ziel zusteuern. Dank des Rückenwindes von 30 bis 40 kts  setzten wir bereits nach 1 ¾ Stunde Flugzeit auf der Runway in Foggia auf.

Nach dem Tanken und der Erledigung der Formalitäten gab es neue Wetterinfos. Bernd riet uns der Adriaküste Richtung Norden zu folgen. Das Ziel sollte der Flugplatz Fano sein. Weiter nach Norden würden Gewitter den Weiterflug verhindern.

Entlang der italienischen Adria – auch als Teutonengrill bekannt – konnten wir die unendlich langen Sandstrände mit einem interessanten „Bewuchs“ bewundern. Kurz vor Erreichen von Ancona mit dem berühmten Kreidefelsen mussten wir unsere Flughöhe von 3000 ft. verlassen, weil die Wolkenbasis drastisch bis unter 1500 ft. sank. Unser Entschluss, nun „due to savety reasons“ in Ancona/Falconara statt in Fano zu landen war schnell getroffen. Einem Jet im Instrumentenanflug mussten wir noch Vorflug einräumen und danach schwebten wir auf der langen Runway aus.

Nachdem wir unser Quartier für die Nacht bezogen hatten, zog es uns zum Strand; wir wollten doch wissen, welcher „Bewuchs“ so gleichmäßig am Strand angepflanzt worden war. Die Antwort ist bei den Fotos von heute zu finden. Den nächsten Urlaub sollte man unbedingt hier buchen :-)!

2.9.12 22:36, kommentieren

6. Tag: Calabrien

Sightseeing  in Reggio Calabria und Flugvorbereitung für morgen waren unsere heutige Beschäftigung. In den letzten 12 Stunden hat sich ein sogenannter „Kaltlufttropfen“ über Italien etabliert. Das bedeutet Labilität bis in große Höhen. Die dazu gehörenden Wettererscheinungen sind hochreichende Quellwolken –in der meteorologischen Fachsprache CB‘s oder auch Cumulonimben-  mit sich daraus entwickelnden Gewittern. Also kein ideales Flugwetter. Selbst die großen Verkehrsflugzeuge weichen diesen Wettererscheinungen aus; und wir in unserem kleinen Flieger meiden Gewitter erst recht.  Diese Wetterlage wird auch die nächsten Tage anhalten. Gewitter entstehen in der Regel erst im Tagesverlauf mit zunehmender Sonneneinstrahlung. (An unseren Meteorologen Bernd: Wenn diese Erklärung fehlerhaft ist, bitte korrigieren!) Deswegen auch unsere Flugstrategie für Morgen. Wir werden früh starten und hoffen bis in die Nähe von Rom zu kommen. Dort werden wir das Wetter beurteilen, uns beraten und dann entscheiden, ob ein Weiterflug möglich sein wird. 

2 Kommentare 1.9.12 21:47, kommentieren